Was gibt es heute? Mord – oder: Das Reiz-Gericht

Erfreuliches? Ja, das gibt es manchmal zu berichten, obwohl die Mordraten in einigen Ländern gestiegen sind. Zuletzt kam mal wieder das zentralamerikanische Vorzeigeland Costa Rica mit seiner Millionen-Bevölkerung in die Schlagzeilen, wo inzwischen fast 18 Morde pro 100.000 Einwohner zu beklagen sind. Erfreulich ist, dass die europäischen Länder deutlich unter dieser Mordrate verbleiben. Mordraten werden seitens der UNO als jährliche Anzahl der erfolgreichen oder erfolglosen Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner definiert, um die körperliche Sicherheitslage von Territorien zu vergleichen. Meist werden Länder oder Großstädte einander gegenübergestellt oder gerankt. Suizide und staatlich veranlasste Tötungen durch Kriegshandlungen, Todesstrafen oder Repressionen wie jüngst im iranischen Gottesstaat durch die Revolutionsgarden, welche die militärische Gefolgschaft von Ali Khamenei, des absoluten Machthabers der religiösen Rechtsgelehrtenschaft, bildet, werden in der Mordrate nicht erfasst. Allerdings kann diese Definition je nach Land ebenso variieren wie die Qualität der bürokratischen Datenerfassung.

Solche Unschärfen bedacht, ist die Mordrate weltweit auf ca. 5 gefallen, in Europa auf 2,2, in Deutschland auf 0,9. Baden-Württemberg liegt ebenso in diesem Deutschland-Schnitt wie Hamburg und Niedersachsen, deutlich darunter z.B. Brandenburg mit 0,2. Dort ist es also am sichersten. Am gefährlichsten ist es, der Mordrate von 1,6 zufolge, nebenan in der deutschen Hauptstadt. Erfreulich geringer ist sie in London, Paris oder Rom.

Soll man Russland zu Europa rechnen? Dort liegt die Mordrate (2021) angeblich bei 6,77, in Weißrussland bei 2,3 (2019). Die höchsten Mordraten haben nach neuesten Erhebungen Lettland (4,2), überdurchschnittliche noch Schweden (3,0) und Rumänien (2,9). Am sichersten ist es in der Schweiz, in Luxemburg und Island mit Werten um die 0,5. Erfreulicheres gibt es aus dem Vatikanstaat zu berichten. Dort tummeln sich zwar die Taschendiebe, aber die Mordrate liegt schon seit Jahren bei Null. Ein ähnlicher Wert gilt übrigens auch, soweit man das weiß, für die Geburtenrate. KI hat dafür eine – leicht schräge – Erklärung: „Im Vatikan selbst gab es über lange Zeit keine Geburten mehr, da die Bevölkerung keine typischen Familienstrukturen aufweist, was zu Geburtenanreizen für Angestellte führte“.